Es liegt eine Position der Stadtverwaltung zur Petition vor. Auf dieser Seite sollen die dort vorgeschlagenen sowie weitere mögliche Varianten vorgestellt und “aus Bürgersicht” zu betrachtet werden. Rückmeldungen hierzu sind willkommen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Die an dieser Stelle aufgeführten Kommentare, Einschätzungen und Meinungen sind die des Petitionsinititators (Thomas Gentsch) und sind daher möglicherweise nicht völlig korrekt, vollständig, repräsentativ, etc.

Allgemeine Kommentare

Alle Lösungsvarianten (ausser umgehende Radwege z.B. über Paussnitzstraße) erfordern eine Reduzierung des MIV (motorisierter Individualverkehr) auf dem Abschnitt Rödelstrasse, so dass insb wahrscheinlich entstehende Staus betrachtet werden müssen (wiederum mit Fokus auf den ÖPNV) – siehe dazu gesonderter Abschnitt unten.

Die in der Stadtverwaltungsposition beschriebene “zu erwartende Überstauung der vorgelagerten Knotenpunkte wegen des Fehlverhaltens der Kfz-Führer, die die Gleisbereiche wie auch die Fuß- und Radfurten erfahrungsgemäß nicht freihalten” sollte durch konsequente Kontrollen durch die Polizei vermeidbar sein – siehe dazu gesonderter Abschnitt unten.

Grundsätzlich hält die Stadtverwaltung (Verkehrs- und Tiefbauamt, kurz VTA) offenbar an dem fragwürdigen Konzept fest, “Leistungsfähigkeit” in Blech-Einheiten zu messen anstelle in Menschen oder Gütern.

Standpunkt seitens Petition

Als akzeptablen Beschluss in der Ratsversammlung zu diesem Thema betrachte ich (Thomas Gentsch), Details siehe jeweils unten:

  • Prüfauftrag "Tempo 30" (wie vom VTA vorgeschlagen)
  • Prüfauftrag "Bus+Radspur beidseitig" (Konzept Ökolöwe)
  • rascher Beginn von Untersuchungen/Planungen zur "Südspange/Südsehne" als langfristige Lösung
  • Der Prüfauftrag "Umweltspur" entfällt

Die Variante "Original-Petition" würde ich zugunsten der Bus+Radspur nicht weiter verfolgen. Man könnte natürlich noch einen weiteren Prüfaftrag fordern - dies bindet aber erhebliche Ressourcen.

Die Petitionsunterstützer und alle interessierten Mitbürger sind gebeten, hier ihre Meinung kundzutun (zu den einzelnen Spalten siehe Beschreibung weiter unten auf dieser Seite).

Lösungsvarianten

Original-Petition

Auf der südseitigen Fahrbahn (West-Ost Richtung) wird eine Fahrspur in einen baulich getrennten, verbreiterten kombinierten Fuß-Radweg umgewidmet. Der ÖPNV nutzt zusammen mit dem MIV die verbleibende Fahrspur. Details hier.

Pro

  • Sicherste Variante
  • Reduzierung MIV muss zwingend erfolgen um grössere Staus zu vermeiden – damit weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • erfordert bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise teuer

Bus+Radspur (Konzept Ökolöwe)

Beidseitig wird jeweils eine Fahrspur in eine kombinierte Bus-Radspur umgewidmet. Details siehe hier.

Pro

  • Bzgl. Sicherheit immer noch sehr gute Variante
  • gleichzeitig Bevorzugung ÖPNV
  • Reduzierung MIV muss zwingend erfolgen um grössere Staus zu vermeiden – damit weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen
  • keine/wenige bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise kostenarm

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • Muss durch Polizeikontrollen durchgesetzt werden

Umweltspur (Vorschlag 1 VTA)

Entfällt – diese Möglichkeit wurde glücklicherweise aus der STVO-Novelle gestrichen. Siehe:

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/stvo-novelle-bundesrat.html

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2019/0501-0600/591-19(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1

Kommentar: Im Entwurf des Verkehrsministeriums wurde dies als Mittel zur Reduzierung des MIV dargestellt - dies ist theoretisch möglich, gleichzeitig würden damit aber Busse und Radfahrer behindert. Aus diesem Grund wurde dieser Punkt auch durch den Bundesrat abgelehnt.

Tempo 30 (Vorschlag 2 VTA)

Keine Änderung der Fahrbahnaufteilung aber Tempo 30 im Abschnitt Rödelstraße (Annahme: beidseitig).

Pro

  • Bzgl. Sicherheit immerhin ein Fortschritt zur jetzigen Situation
  • weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen
  • Reduzierung MIV muss wahrscheinlich erfolgen um grössere Staus zu vermeiden, da KFZ-Menge sinkt und dadurch auf vorgelagerten Abschnitten wahrscheinlich Staus entstehen. Damit ebenfalls Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • keine/wenige bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise kostenarm

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • Muss durch Polizeikontrollen bzw stationäre Blitzgeräte durchgesetzt werden

Südspange / Südsehne

Es gibt Konzepte, die Verbindung zwischen Adler und der Südvorstadt (über Antonienstr, Rödelstr, Schleussiger Weg und Kurt-Eisner-Str) komplett umzugestalten und dabei ggf eine Strassenbahntrasse zu verlegen. In diesem Zusammenhang wäre eine komplette Neuplanung dieses Abschnittes notwendig. Hierfür kann laut VTA aber ein "Zeithorizont für die Realisierung einer solchen Maßnahme im Moment noch nicht genannt werden" - sprich: das kann/wird noch dauern.

Diese Option an sich erscheint durchaus attraktiv, aber nur unter der Annahme eines raschen Beginns der tatsächlichen Planungen. Insofern wäre ein Ratsbeschluss, zügig mit diesen Planungen zu beginnen, eine sinnvolle Variante. Dies könnte in Kombination mit einer der anderen Varianten (als kurzfristige Lösung) geschehen.

Pro

  • Eröffnet große Möglichkeiten
  • kann mit kurzfristiger Lösung kombiniert werden

Contra

  • Konkrete Möglichkeiten völlig offen
  • Erhebliche Kosten
  • Sehr lange Dauer bis zu einer eventuellen Fertigstellung

Sonstige

Im Rahmen von Diskussionen gab es noch Vorschläge zur Einrichtung von alternativen Radführungen wie z.B.:

  • Umgehung des kurzen Abschnittes durch das Wohngebiet über Paussnitzstr – dies halte ich für nicht praktikabel (Umweg, mangelnde Akzeptanz), auch keinerlei Verbesserung bzgl Lärm/Abgase/Umweltbelastung
  • Umgehung über Paussnitzstr und dann weiter abseits des Schleussiger Wegs – diese Option würde vermutlich eher akzeptiert, wäre aber sehr aufwendig (eigene Elsterbrücke, Einschnitt in Gartenanlagen, Radweg durch Auwald)
  • Umgehung durch Oeserstrasse – zu umständlich, Kreuzung Könneritzstr

Begleitende Anforderungen

Bürgerbeteiligung

Eine Bürgerbeteiligung halte ich für zwingend. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Stellungnahme zwar eine etwas einsichtigere Haltung gezeigt, nichtdestotrotz scheint für sie der MIV klare Priorität 1. Damit würde ich nur eingeschränkte Anstrengungen erwarten, zu einer wirklich akzeptablen Lösung zu kommen.

Im derzeitigen Stadtrat erwarte ich diesen Willen allerdings, die Planung und Umsetzung liegt aber trotzdem in den Händen der Stadtverwaltung.

Durchsetzung durch Polizei

Wie im täglichen Leben ständig zu beobachten, ist auch das Ordnungsamt bzw die Polizei eher MIV-freundlich und toleriert Fehlverhalten. Bestes Beispiel ist die Busspur in der Rödelstrasse, die derzeit systematisch vom MIV missbraucht wird.

Daher sind für alle nicht-baulichen Lösungen kontinuierliche Kontrollen durch die Polizei unabdingbar.

Stauvermeidung

Eine Reduzierung des MIV auf dem Abschnitt Rödelstrasse würde zumindestens anfangs grössere Staus auf den vorgelagerten Abschnitten (von Osten kommend auf dem Schleussiger Weg, von Westen kommend auf der Antonienstrasse bzw evtl. sogar noch weiter) hervorrufen. Dies ist insb für den Bus (insb Linie 60 auf den Antonienstr) unbedingt zu vermeiden.

Es tritt zwar i.a. ein Gewöhnungeffekt ein, so dass die Stauentwicklung mit der Zeit geringer wird, nichtsdestotrotz könnte man dem ÖPNV wie folgt Vorteile verschaffen:

  • Variante Bus/Radspur in Rödelstrasse
  • Reduzierung des MIV bereits an vorgelagerten Punkten (z.B. Adler) durch geeignete Ampelschaltung
  • Einrichten Busspur auf Strassenbahntrasse in Antonienstr z.B. durch Befestigen des südlichen Gleisbettes
  • ggf Umwidmen der linken Fahrspur östlich der Kreuzung Adler als Bus/Strassenbahnspur, alternativ Bevorzugung Bus/Strassenbahn durch geeignete Ampelschaltung auf diesem Abschnitt
  • regelmäßige Polizeikontrollen