Bürgerdialog 28.1.2020 17:00 - 19:00 in der Bethanienkirche

Am 28.1.2020 fand in der Bethanienkirche ein "Bürgerdialog" statt (Stieglitzstr 42) - viiielen Dank nochmal insb an die Bethanienkirche für die Unterstützung!!

Thema: Die Verkehrssituation in der Rödelstraße, aber auch in benachbarten Abschnitten bis hin zu allgemeiner städtischer Verkehrs- und Mobilitätspolitik. Zentraler Teil sollte eine Diskussion mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sein - ob Sie das Anliegen der Petition teilen oder auch nicht.

Mit dabei waren:

  • Franziska Riekewald (OBM Kandidatin - Die Linke)
  • Katharina Krefft (OBM Kandidatin - Grüne)
  • Henrik Fischer (Sprecher AK Stadtentwicklung & Umwelt, SPD).

Die CDU hatte leider keine Zeit für uns - obwohl es doch sogar mal um ein reales Problem zum Thema Sicherheit ging, der FDP reichte es nicht mal für eine Antwort.

Bürgerdialog
Bürgerdialog

Ich würde die Veranstaltung als sehr gelungen betrachten. Es gab eine lebhafte und konstruktive Diskussion, die immerhin in Zusagen der Podiumsgäste mündete, sich im weiteren Verlauf der Petition im städtischen Prozess für eine zügige und sinnvolle Lösung einzusetzen. Auch boten sie eine weitere möglichst enge Bürgerbeteiligung an. Wir haben mitgeschrieben und alle Notizen (siehe unten) an die Podiumsgäste nachgereicht.

Notizen

Publikum

- sinnlose Wege vermeiden - wohnortnahe Kita/Schulplaetze
- Tempo 30 in allen Stadt/Wohnvierteln
- Ampelschaltung für Behinderte zu kurz (Zschochersche Str lebensgefaehrlich)
- "Gitter retten Leben" -> lassen solange davor KFZ-Fahrspur
- extra Spur fuer Bus/Bahn/Auto mit >2 Insassen
- langfristig muss Auto aus der Stadt raus
- in der Stadt ueberall Tempo 30
- Wege fuer Anwohner reduzieren (z.B. Kita in der Naehe)
- P+R System fuer Pendler mit guter Anbindung (fuer ganz Leipzig) an allen Einfalstrasse der Stadt
- sozial-oekologische Fragen mitdenken (z.B. Sozialticket fuer Arbeitslose)
- Verkehr vermeiden durch ordentliches Kita-Portal fuer wohnortnahe Kitas
- Wege zu Behoerden vermeiden durch digitale Verwaltung/Antragstellungen online
- statt 365Eu Ticket guenstigere Einzelfahrten
- Tauschportal Kitaplaetze muss funktionieren
- Fussgaengerueberweg + Tempo30 Schnorr/Oeserstr fuer Schulkinder
- Zeit in der Bahn ist "Nutz-Zeit" (umdenken/umdefinieren)
- Oeserstr zu Spiel/Flanierstr umdefinieren
- Fahrradverkehr von Autoverkehr entkoppeln - bis Entenbruecke/Plagwitzer Bhf eig Achse f Rad
- mutige Stadtverwaltung die Veraenderungen anstoesst
- "Organ" zur Kommunikation zw Stadt u Buergern (mehr erklaeren)
- Ampelschaltungen mitdenken fuer Fussgaenger u Radfahrer (Autos werden bevorzugt)
- motorisierten Inidividualverkehr (MIV) reduzieren

Henrik Fischer

- Roedelstr 2025:
 - eher kurzfristige Massnahmen ohne bauliche Veraenderungen
 - Tempo 30 - Lärmschutz
 - "Umweltspur" lt. STVO neu
 - Gitter abbauen vor Olymp
- nach 2025:
 - bauliche Veraenderungen
 - Pruefauftrag Strassenbahn Schleuss.Weg -> darin investieren
- 2025
 - neues S-Bahn-Netz mit P+R kombinieren
 - Gewohnheiten der Buerger aendern
 - Innenstadtring entlasten (Tangenten-Vierecke)
 -> ganzheitlich denken
 - Rödelstr in Zusammenhang mit Koenneritz/Zschochersche Str sehen
- 365Eu Ticket ist Chance fuer Umdenken / Gewohnheitsaenderung
- Radverkehr eigenstaendig (nicht auf Strasse) fuehren, z.B. Pistoris/Paussnitzstr (mit Verlaengerung durchs Gruene ueber eigene Bruecke - bisher nur Idee, viele offene Fragen)
- Kommunalpolitik besser erklaeren
- Format fortsetzen fuer konkrete Massnahmen
- konkrete Massnahmen
  - ueber Petition kurzfristige Massnahmen umsetzen
  - im Dialog ueber Mobilitaet in Schleussig bleiben

Katharina Krefft

- Roedelstr 2025:
 - ergebnisoffene Buergerbeteiligungsprozess schaffen + umsetzen
 - Tempo 3
 - Bus/Radspur
 - Mobilitaetswende in der Stadt
 - neue Buslinie (Wasserstoff) mit engem Takt
- "Wohnstrasse" nach niederlaendischem Modell
- Fahrradquartiere
- PKW Parken bepreisen
- Gesamtkonzept betrachten, um Verdraengung/Umgehung zu verhindern
- beschleunigte Verwaltung
- z.B. als Buergerinitiative/Verein an Stadt Forderungen stellen (Fahrradquartiere)
- Kulturwandel in der Stadtverwaltung (Transparenz erheohen, jung, wertschaetzende Fuehrung)
- konkrete Massnahmen
 - Buergerbeteiligung mit Moderation

Franziska Riekewald

- Roedelstr 2025:
 - sicherer Radverkehr
 - Aufteilung auf alle Verkehrsteilnehmer
 - extra Busspur, ÖPNV  mitdenken
 - Dialog mit Anwohnern
- öffentlichen Raum "bepreisen" (Beispiel Waldstrassenviertel)
- ÖPNV attriaktiver als Auto machen (Preis, Taktung)
- es gibt nur Verkehrszaehlungen fuer Auto, nicht fuer Fahrradverkehr/Fussgaenger
  -> neuer Fokus
- Zuzügler dazu animieren, das Auto nicht mitzubringen (Beispiel Muenchen)
- wohnortnahe Kita/Schule
- 365Eu Ticket ja
- kostenloser ÖPNV fuer alle unter 18
- Konkrete Massnahmen:
 - Petition Anlass fuer Beschaeftigung in Fraktion / Stadtrat
 - 1/4J erneuter Dialogabend

 

Am 26.11.2019 fand die erste Kundgebung in der Rödelstrasse statt - vielen Dank an alle Mithelfer, Unterstützer und Mit-Kundgeber (und besonders die jeweiligen *Innen!).

Hier ein Video, was schön zeigt, wie es sein könnte:

Für die leider auch im Stau feststeckenden Busse und Straßenbahnen muß aber  noch an der Lösung gearbeitet werden ...

Allerdings sprechen die folgenden Argumente dafür, daß im "Normalbetrieb" die Situation erheblich weniger problematisch wird:

  1. Im November 2019 war die Plagwitzer Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt - dies hat zu einer Mehrbelastung der Rödelstrasse geführt
  2. Trotz Pressemitteilungen war die Kundgebung weithin nicht bekannt - normalerweise richten sich die Menschen auf solche Situationen ein
  3. Es werden hoffentlich viele Autofahrer umsteigen, wenn die Gefahrenstelle entschärft ist und es Schnelligkeitsvorteile bringt, mit dem Rad zu fahren

 

Die folgende Petition befindet sich hier: https://openpetition.de/!jahnallee

Petition

Die innere Jahnallee im Leipziger Waldstraßenviertel ist ein Nadelöhr zwischen Leipzig West und der Innenstadt. Neben der Straßenbahn fahren Autos in dichter Folge. Die an sich zweispurige Straße wird durch Kurzzeit Parker eingeengt. Dies nimmt den Platz für fließenden Verkehr, wie den seit Jahren in Leipzig zunehmenden Radverkehr. Dieser hat seit dem Umzug der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig in den Sportcampus noch weiter zugenommen. Deswegen brauchen wir eine sichere und komfortable Radverkehrsführung in der inneren Jahnallee. Der Platz für eine sogenannte "protected bikelane" - das ist ein auf Straßenniveau geführter Radweg, der gegenüber dem Autoverkehr durch Blumenkübel oder Poller abgetrennt ist - ist hier vorhanden.

Wir fordern die Einrichtung von Leipzigs erster protected bikelane hier im Waldstraßenviertel als Sofortmaßnahme.

Gleichzeitig ist ein umfassendes Verkehrskonzept, dass die Belange des Radverkehrs in der Relation Lindenau - Innenstadt berücksichtigt, bis Ende des Jahres 2018 zu erstellen und dessen Ergebnisse zeitnah, d.h. 2019, umzusetzen.

  • Mehr Sicherheit für Radfahrer!
  • Mehr Lebensqualität für die Anwohner im Waldstraßenviertel!

Begründung

Neben dem Ökolöwen (gruenlink.de/1g8h) fordern BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Leipziger Stadtrat den Unfallschwerpunkt für Radfahrer zu entschärfen (gruenlink.de/1g8i). Auch der Bürgerverein Waldstraßenviertel fordert endlich Maßnahmen seitens der Stadtverwaltung (gruenlink.de/1g8j).

In letzter Zeit sind mehrere Radfahrer in der inneren Jahnallee durch Unfälle verletzt worden. Diese wären vermeidbar gewesen, wäre die Verkehrsplanung präventiv vorgegangen, wie es beispielsweise in Schweden der Fall ist. Dort wird jede Verkehrsplanung von einem unabhängigen Verkehrsplaner auf mögliche Gefährdungen aller Verkehrsarten geprüft. In Deutschland herrscht dagegen das Dogma des fließenden Autoverkehrs vor, dem sich die schwächeren Verkehrsteilnehmer (RadfahrerInnen und FußgängerInnen) unterordnen müssen. Erst wenn eine offensichtliche Fehlplanung zu einem Unfallschwerpunkt wird, handelt die Verkehrsplanung.

Diesem Zynismus auf Kosten der Menschen widerspricht diese Petition. Gleichzeitig fordert sie eine schnelle und umfassende Heilung der Fehlplanung in der inneren Jahnallee zugunsten der RadfahrerInnen und FußgängerInnen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Die folgende Petition unter https://openpetition.de/!roedelstrasse ist beendet (1276 Unterschriften), eine gleichlautende Online-Petition (kann noch gezeichnet werden) befindet sich derzeit im städtischen Prozess (die Stadtverwaltung muß einen Standpunkt erarbeiten und danach wird über das Thema in einer Ratsversammlung diskutiert und entschieden.

Petition

An der Kreuzung Rödelstrasse/Dammstrasse (beim Restaurant "Olymp" [1], kommt es regelmässig zu gefährlichen Situationen und Unfällen.

Wir fordern eine Verbreiterung des Fußweges und Umwandlung in einen ausreichend breiten kombinierten Fuß- und Radweg oder eine gleichwertige bauliche Alternative (Abschnitt Rödelstrasse ostwärts ab der Bushaltestelle bis zur Ampelkreuzung Dammstrasse) bei Wegfall einer Fahrspur in West-Ost-Richtung.

Das Absperrgitter an der Ecke Rödel/Dammstr soll entfernt werden und statt dessen ein direkter Fußgänger/Radfahrerfluss aus Rödel- und Schnorrstrasse in die Dammstrasse bzw Schleußiger Weg ermöglicht werden.

Dadurch liessen sich mehrere positive Effekte erzielen:

  • sicherer Schulweg für Kinder
  • Schliessung der Lücke des Radwegs Antonienstrasse / Rödelstrasse / Schleussiger Weg in West-Ost-Richtung und sicheres Radfahren auf o.g. Abschnitt
  • Reduzierung des motorisierten Verkehrs und der dadurch verursachten Lärm und Abgase (der o.g. Abschnitt ist im Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig als Priorität 1 enthalten)

Diese Minimallösung ließe sich noch weiter verbessern durch:

  • eine identische Umgestaltung in Ost-West-Richtung
  • Tempo 30 auf o.g. Abschnitt (Lärmschutz- und Luftreinhalteziele der Stadt Leipzig) sowie mindestens 100m auf dem Schleussiger Weg von Osten kommend (Abbiegeverkehr in die Schnorrstrasse)
  • einen neuen Fußgängerüberweg mit Ampel über den Schleussiger Weg

Begründung

Der vorhandene Gehweg ist viel zu eng und es gibt in der Rödelstraße keinen Radweg. Fußgänger und Radfahrer kommen sich hier gefährlich in die Quere, während der KFZ-Verkehr auf zwei Spuren mit einer erlaubten Geschwindigkeit von 50km/h für zusätzliche Gefährdungen sorgt.

Eine andere Lösung ist vor allem deshalb dringend nötig, da die Fahrbahnüberquerung für viele Schulkinder der Grundschule am Auwald zu ihrem Schulweg gehört. Sie aber werden durch die aktuelle Verkehrssituation in hohem Maße gefährdet, da aufgrund der geschilderten Enge auf dem Bürgersteig häufig kein ausreichender Abstand von der Fahrbahn möglich ist.

[1] siehe www.openstreetmap.org/#map=19/51.31893/12.34507)