Wir möchten die Erfahrungen aus den bisherigen Projekten mit Tips+Tricks weitergeben, um noch mehr solcherart Aktionen zu ermöglichen. Dazu bieten wir einen Workshop "Bürgerbeteiligung" an, der die folgenden wesentlichen Inhalte hat:

  1. Zieldefinition - was will ich erreichen?
  2. Informationsquellen und Ressourcen
  3. Entscheidungsstrukturen und Kompetenzen - wer macht/darf/entscheidet was?
  4. Möglichkeiten der Einflussnahme
  5. Vernetzung mit Unterstützern
  6. Aufmerksamkeit schaffen
  7. Kommunikationsformen
  8. Aktionsformen
  9. Pressemitteilungen
  10. Kundgebungen und Demos

Das Ganze soll etwa 3h dauern und kostet nichts. Hier die Slides (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gern!).

Der nächste geplante Termin ist Dienstag der 17.3.2020 ab 17:00 im Stadtteilladen West (Karl-Heine-Str 54). Mehr als 20 Teilnehmer sollten es nicht sein.

Interessenten Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Kidical Mass - was soll denn das sein?

Seit vielen Jahren gibt es die Critical Mass als Aktionsform um für mehr Rechte und eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr zu demonstrieren (so auch in Leipzig). Diese Form ist für Kinder aber aus mehreren Gründen nicht so geeignet (Termin abends, Geschwindigkeiten und Strecken i.a. nicht kindgerecht).

Andererseits sind Kinder gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer und auch die "Großen von morgen" - darum gibt eine spezielle Form für Kinder geben. Salopp ausgedrückt könnte man sagen "Fahrrad-Demo für Kinder" (Erwachsene dürfen aber begleiten). Im Unterschied zur "CM für die Großen" hier als offiziell angemeldete Demo und mit Absicherung durch die Polizei.

Bundesweites Aktionswochenende 19/20.9.2020

Am Wochenende 19./20.9.2020 finden in vielen Städten kidical mass Fahrten statt.

Sa. 19.09.2020, 15:00 Uhr ab Johannisplatz (vor Grassimuseum)

Details siehe hier beim ADFC.

So sah das Ganze dann am 19.9.2020 aus (Bild: (C) Thomas Puschmann):

Für die Freunde des Gesichtsbuchs - es gibt das bundesweite Event sowie ein lokales Leipzig-Event.

 

Bitte verbreitet die frohe Kunde - je mehr Leute davon wissen, umso mehr fahren hoffentlich mit! Und je mehr dabei sind, umso kräftiger wird unsere Stimme!

 

Es liegt eine Position der Stadtverwaltung zur Petition vor. Auf dieser Seite sollen die dort vorgeschlagenen sowie weitere mögliche Varianten vorgestellt und “aus Bürgersicht” zu betrachtet werden. Rückmeldungen hierzu sind willkommen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Die an dieser Stelle aufgeführten Kommentare, Einschätzungen und Meinungen sind die des Petitionsinititators (Thomas Gentsch) und sind daher möglicherweise nicht völlig korrekt, vollständig, repräsentativ, etc.

Allgemeine Kommentare

Alle Lösungsvarianten (ausser umgehende Radwege z.B. über Paussnitzstraße) erfordern eine Reduzierung des MIV (motorisierter Individualverkehr) auf dem Abschnitt Rödelstrasse, so dass insb wahrscheinlich entstehende Staus betrachtet werden müssen (wiederum mit Fokus auf den ÖPNV) – siehe dazu gesonderter Abschnitt unten.

Die in der Stadtverwaltungsposition beschriebene “zu erwartende Überstauung der vorgelagerten Knotenpunkte wegen des Fehlverhaltens der Kfz-Führer, die die Gleisbereiche wie auch die Fuß- und Radfurten erfahrungsgemäß nicht freihalten” sollte durch konsequente Kontrollen durch die Polizei vermeidbar sein – siehe dazu gesonderter Abschnitt unten.

Grundsätzlich hält die Stadtverwaltung (Verkehrs- und Tiefbauamt, kurz VTA) offenbar an dem fragwürdigen Konzept fest, “Leistungsfähigkeit” in Blech-Einheiten zu messen anstelle in Menschen oder Gütern.

Standpunkt seitens Petition

Als akzeptablen Beschluss in der Ratsversammlung zu diesem Thema betrachte ich (Thomas Gentsch), Details siehe jeweils unten:

  • Prüfauftrag "Tempo 30" (wie vom VTA vorgeschlagen)
  • Prüfauftrag "Bus+Radspur beidseitig" (Konzept Ökolöwe)
  • rascher Beginn von Untersuchungen/Planungen zur "Südspange/Südsehne" als langfristige Lösung
  • Der Prüfauftrag "Umweltspur" entfällt

Die Variante "Original-Petition" würde ich zugunsten der Bus+Radspur nicht weiter verfolgen. Man könnte natürlich noch einen weiteren Prüfaftrag fordern - dies bindet aber erhebliche Ressourcen.

Die Petitionsunterstützer und alle interessierten Mitbürger sind gebeten, hier ihre Meinung kundzutun (zu den einzelnen Spalten siehe Beschreibung weiter unten auf dieser Seite).

Lösungsvarianten

Original-Petition

Auf der südseitigen Fahrbahn (West-Ost Richtung) wird eine Fahrspur in einen baulich getrennten, verbreiterten kombinierten Fuß-Radweg umgewidmet. Der ÖPNV nutzt zusammen mit dem MIV die verbleibende Fahrspur. Details hier.

Pro

  • Sicherste Variante
  • Reduzierung MIV muss zwingend erfolgen um grössere Staus zu vermeiden – damit weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • erfordert bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise teuer

Bus+Radspur (Konzept Ökolöwe)

Beidseitig wird jeweils eine Fahrspur in eine kombinierte Bus-Radspur umgewidmet. Details siehe hier.

Pro

  • Bzgl. Sicherheit immer noch sehr gute Variante
  • gleichzeitig Bevorzugung ÖPNV
  • Reduzierung MIV muss zwingend erfolgen um grössere Staus zu vermeiden – damit weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen
  • keine/wenige bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise kostenarm

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • Muss durch Polizeikontrollen durchgesetzt werden

Umweltspur (Vorschlag 1 VTA)

Entfällt – diese Möglichkeit wurde glücklicherweise aus der STVO-Novelle gestrichen. Siehe:

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/stvo-novelle-bundesrat.html

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2019/0501-0600/591-19(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1

Kommentar: Im Entwurf des Verkehrsministeriums wurde dies als Mittel zur Reduzierung des MIV dargestellt - dies ist theoretisch möglich, gleichzeitig würden damit aber Busse und Radfahrer behindert. Aus diesem Grund wurde dieser Punkt auch durch den Bundesrat abgelehnt.

Tempo 30 (Vorschlag 2 VTA)

Keine Änderung der Fahrbahnaufteilung aber Tempo 30 im Abschnitt Rödelstraße (Annahme: beidseitig).

Pro

  • Bzgl. Sicherheit immerhin ein Fortschritt zur jetzigen Situation
  • weniger Lärm, Abgase und sonstige Umweltbelastungen
  • Reduzierung MIV muss wahrscheinlich erfolgen um grössere Staus zu vermeiden, da KFZ-Menge sinkt und dadurch auf vorgelagerten Abschnitten wahrscheinlich Staus entstehen. Damit ebenfalls Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • keine/wenige bauliche Arbeiten, damit vergleichsweise kostenarm

Contra

  • Stau-Zusatzmassnahmen nötig (siehe unten), insb um negative Auswirkungen auf ÖPNV zu vermeiden
  • Muss durch Polizeikontrollen bzw stationäre Blitzgeräte durchgesetzt werden

Südspange / Südsehne

Es gibt Konzepte, die Verbindung zwischen Adler und der Südvorstadt (über Antonienstr, Rödelstr, Schleussiger Weg und Kurt-Eisner-Str) komplett umzugestalten und dabei ggf eine Strassenbahntrasse zu verlegen. In diesem Zusammenhang wäre eine komplette Neuplanung dieses Abschnittes notwendig. Hierfür kann laut VTA aber ein "Zeithorizont für die Realisierung einer solchen Maßnahme im Moment noch nicht genannt werden" - sprich: das kann/wird noch dauern.

Diese Option an sich erscheint durchaus attraktiv, aber nur unter der Annahme eines raschen Beginns der tatsächlichen Planungen. Insofern wäre ein Ratsbeschluss, zügig mit diesen Planungen zu beginnen, eine sinnvolle Variante. Dies könnte in Kombination mit einer der anderen Varianten (als kurzfristige Lösung) geschehen.

Pro

  • Eröffnet große Möglichkeiten
  • kann mit kurzfristiger Lösung kombiniert werden

Contra

  • Konkrete Möglichkeiten völlig offen
  • Erhebliche Kosten
  • Sehr lange Dauer bis zu einer eventuellen Fertigstellung

Sonstige

Im Rahmen von Diskussionen gab es noch Vorschläge zur Einrichtung von alternativen Radführungen wie z.B.:

  • Umgehung des kurzen Abschnittes durch das Wohngebiet über Paussnitzstr – dies halte ich für nicht praktikabel (Umweg, mangelnde Akzeptanz), auch keinerlei Verbesserung bzgl Lärm/Abgase/Umweltbelastung
  • Umgehung über Paussnitzstr und dann weiter abseits des Schleussiger Wegs – diese Option würde vermutlich eher akzeptiert, wäre aber sehr aufwendig (eigene Elsterbrücke, Einschnitt in Gartenanlagen, Radweg durch Auwald)
  • Umgehung durch Oeserstrasse – zu umständlich, Kreuzung Könneritzstr

Begleitende Anforderungen

Bürgerbeteiligung

Eine Bürgerbeteiligung halte ich für zwingend. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Stellungnahme zwar eine etwas einsichtigere Haltung gezeigt, nichtdestotrotz scheint für sie der MIV klare Priorität 1. Damit würde ich nur eingeschränkte Anstrengungen erwarten, zu einer wirklich akzeptablen Lösung zu kommen.

Im derzeitigen Stadtrat erwarte ich diesen Willen allerdings, die Planung und Umsetzung liegt aber trotzdem in den Händen der Stadtverwaltung.

Durchsetzung durch Polizei

Wie im täglichen Leben ständig zu beobachten, ist auch das Ordnungsamt bzw die Polizei eher MIV-freundlich und toleriert Fehlverhalten. Bestes Beispiel ist die Busspur in der Rödelstrasse, die derzeit systematisch vom MIV missbraucht wird.

Daher sind für alle nicht-baulichen Lösungen kontinuierliche Kontrollen durch die Polizei unabdingbar.

Stauvermeidung

Eine Reduzierung des MIV auf dem Abschnitt Rödelstrasse würde zumindestens anfangs grössere Staus auf den vorgelagerten Abschnitten (von Osten kommend auf dem Schleussiger Weg, von Westen kommend auf der Antonienstrasse bzw evtl. sogar noch weiter) hervorrufen. Dies ist insb für den Bus (insb Linie 60 auf den Antonienstr) unbedingt zu vermeiden.

Es tritt zwar i.a. ein Gewöhnungeffekt ein, so dass die Stauentwicklung mit der Zeit geringer wird, nichtsdestotrotz könnte man dem ÖPNV wie folgt Vorteile verschaffen:

  • Variante Bus/Radspur in Rödelstrasse
  • Reduzierung des MIV bereits an vorgelagerten Punkten (z.B. Adler) durch geeignete Ampelschaltung
  • Einrichten Busspur auf Strassenbahntrasse in Antonienstr z.B. durch Befestigen des südlichen Gleisbettes
  • ggf Umwidmen der linken Fahrspur östlich der Kreuzung Adler als Bus/Strassenbahnspur, alternativ Bevorzugung Bus/Strassenbahn durch geeignete Ampelschaltung auf diesem Abschnitt
  • regelmäßige Polizeikontrollen

 

Um Informationen zum Thema für alle Interessierten bereitzustellen, hier eine Sammlung von Bildern, Texten usw zum Thema.

Zustand bisher

Das folgende Foto zeigt die aktuelle Situation im Mai 2020 (mit corona-bedingter Maskierung. Das Abstandsgebot macht die Lage noch komplizierter):

Zustand Mai 2020

Sollzustand

Das folgende (konstruierte) Bild zeigt den Zustand, wie ursprünglich in der Petition gefordert. Der Fussweg ist breiter und es existiert ein baulich getrennter Radstreifen (die weisse Linie in der Mitte soll eine Art "Bordstein" sein).

Alternativlösungen insb wie die vom Leipziger Ökolöwen vorgeschlagene kombinierte Bus/Radspur sind auch vorstellbar und evtl. sogar noch vorteilhafter. Eine letztendliche Lösung bedarf aber einer genauen Untersuchung durch sachverständige Verkehrsplaner insb. um Behinderungen des ÖPNV auszuschliessen. Dabei wiederum ist aber eine Bürgerbeteiligung unabdingbar.

Historie

Das Thema Rödelstrasse hat schon eine längere Vorgeschichte, insb. interessant:

Beitrag vom ADFC aus dem Jahre 2015

1. Fortschreibung des Lärmaktionsplans der Stadt Leipzig

Radverkehrsentwicklungsplan 2012

Auch wurde im Jahre 2016 bereits von der Hausgemeinschaft Rödelstrasse 19 eine ähnlich lautende Anfrage an die Stadt Leipzig mit der Forderung nach Tempo 30 gestellt - die jedoch mit einer ähnlichen Begründung wie im aktuellen Standpunkt der Leipziger Stadtverwaltung (siehe unten) abgelehnt wurde.

Im oben verlinkten Lärmaktionsplan wird ebenfalls Tempo 30 vorgeschlagen (mit Priorität 1).

Auch im ebenfalls oben verlinkten RVEP aus dem Jahre 2012 ist der problematische Abschnitte der Rödelstrasse als Priorität 1 enthalten.

Aktuelle Entwicklung

Im Spätsommer 2019 wurde die Petition "Sicherer Schulweg und Sicherer Radverkehr in der Rödelstrasse" gestartet, die derzeit durch 1261 Unterzeichner unterstützt wird. Eine Zeichnung ist noch bis zum 21.1.2020 möglich und am 22.1.2020 werden die Unterschriften vor Beginn der Ratsversammlung an den Adressaten, OBM Jung, übergeben.

Am 28.1.2020 findet 17:00 - 19:00 ein Bürgerdialog in der Bethanienkirche statt (die ursprünglich geplante Aula der Auwaldschule steht aus formalen Gründen vor der OBM-Wahl nicht zur Verfügung).

Ende 2019 gab es Anfrage der SPD Fraktion sowie Anfragen des Stadtbezirksbeirats Südwest die durch die Stadtverwaltung beantwortet wurden. Hierbei sind die folgenden Aussagen besonders interessant:

Aussage zur Umwidmung einer Fahrspur (wie in der Petition gefordert) auf Anfrage des SBB Südwest (Hr.Weber) - Bitte anklicken ...

Sehr geehrter Herr Weber,
gern ist Frau Dubrau Ihrer Bitte nachgekommen und hat die von Ihnen gewünschte Änderung der Verkehrsorganisation in der Rödelstraße im Verkehrs- und Tiefbauamt prüfen lassen. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat geprüft und teilt folgendes Ergebnis mit:
Der Straßenzug Antonienstraße/Rödelstraße/Schleußiger Weg ist einer der am höchsten frequentierten Straßenzüge im Stadtgebiet. Aus diesem Grund sind zur Gewährleistung der Leistungsfähigkeit ab der Lichtsignalanlage Antonienstraße/Gießerstraße in stadteinwärtiger Richtung zwei Fahrstreifen vorhanden.
In dem Abschnitt zwischen Könneritzstraße und Dammstraße verkehren innerhalb von 24 h 32.200 Fahrzeuge. Der Wegfall eines stadtwärtigen Fahrstreifens hätte zur Folge, dass die Verkehrsmengen an den LSA Rödelstraße/Schnorrstraße und Antonienstraße/Könneritzstraße nicht mehr bewältigt werden kann. Sowohl in der Könneritzstraße als auch in der Antonienstraße würde ein sehr langer Rückstau entstehen, der auch den ÖPNV erheblich behindern würde. Durch die zu erwartende Überstauung der vorgelagerten Knotenpunkte wäre die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet.
Der Rückstau resultiert daraus, dass bei gleicher Grünzeit nur noch die Hälfte der Fahrzeuge aufgrund des Wegfalls eines Fahrstreifens den Knoten queren können. Um den Wegfall eines Fahrstreifens kompensieren zu können, müsste demzufolge die Grünzeitdauer für diese Zufahrt verdoppelt werden. Eine Verlängerung der Grünzeit ist jedoch nur zu Lasten der Grünzeiten der anderen Verkehrsströme möglich. Aufgrund der Verkehrsmengen, der Mindestfreigabezeiten bzw. maximalen Wartezeiten z. B. für den Fußgängerverkehr kann dies auch im Zusammenhang mit der Koordinierung im Zuge der Antonienstraße/Rödelstraße/Schleußiger Weg nicht umgesetzt werden.
Dem Wegfall eines stadteinwärtigen Fahrstreifens zugunsten einer Gemeinschaftsspur für Busse und Radfahrende kann dementsprechend nicht zugestimmt werden.
Sehr geehrter Herr Weber, ich bedaure, dass damit Ihr Vorschlag nicht umsetzbar ist.

Interessant hierbei, dass nicht mal der Versuch gemacht wird, das bisher durch niemanden ernsthaft bestrittene Problem zu lösen. Statt dessen enthält der Standpunkt der Stadtverwaltung gleich zwei grobe Denkfehler:

  • es wird angenommen, dass immer so viele Autos unterwegs sind, dass diese die 2 Fahrstreifen auch füllen - dies ist aber nur zu den Stosszeiten wirklich der Fall. Dem MIV-Anteil ausserhalb dieser Zeit (z.B. tagsüber oder abends/nachts) würde ein Fahrstreifen problemlos ausreichen. Wie hoch der jeweilige Anteil ist, ist vermutlich nicht bekannt, auf jeden Fall wären die Auswirkungen erheblich geringer.
  • die "Leistungsfähigkeit" der Strasse wird in "Blech" gemessen. Der MIV ist aber die mit Abstand ineffizienteste Verwendung des öffentlichen Raumes, d.h. wenn man die Leistungsfähigkeit besser in "Menschen" bzw "Gütern" messen würde, würde eine Umwidmung einer Fahrspur zugunsten des ÖPNV und Fahrrädern den möglichen Durchsatz sogar deutlich steigern

Aussage zur Schadstoffbelastung - Bitte anklicken ...

Für die Luftschadstoffsituation an der Rödelstraße können nachfolgende Jahresmittelwerte der Feinstaub (PM10)- und Stickstoffdioxidbelastung (NO2) angegeben werden. Die Zahlen wurden im Zuge der aktuellen Fortschreibung des Luftreinhalteplans erhoben und können im Luftreinhalteplan in Tab. 33 (S. 157) nachgelesen werden. Zeitlicher Bezug ist hierbei das Jahr 2018.
Angegeben ist jeweils die Gesamtbelastung als Massenkonzentration  in 1,5 Meter Höhe ca. 1 Meter vor der Gebäudefassade der Straßenrandbebauung. Die Gesamtbelastung resultiert aus der Vorbelastung und der durch den Straßenverkehr erzeugten Zusatzbelastung.

Rödelstraße von Antonienstraße bis Pistorisstraße: PM10: 28 µg/m³ NO2:   39 µg/m³
Rödelstraße von Pistorisstraße bis Beipertstraße: PM10:  27 µg/m³ NO2:    38 µg/m³
Rödelstraße von Beipertstraße bis Probsteistraße: PM10: 23 µg/m³ NO2:   37 µg/m³
Rödelstraße von Probsteistraße bis Schnorrstraße: PM10:  23 µg/m³ NO2:    36 µg/m³

Die sprunghafte Abnahme von 27 µg/m³ auf 23 µg/m³ hat ihre Ursache in der Änderung des Wertes der Flächenbelastung (Vorbelastung), die in Form von Rasterwerten in die Modellierung eingeht.. Im Bereich Beipertstraße verläuft der Übergang von einer zur anderen Rasterfläche.
Der Grenzwert für das Jahresmittel der Gesamtkonzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid beträgt jeweils 40 µg/m³.
Für die Bewertung dessen, ob der Grenzwert für das Tagesmittel der Konzentration an PM10 an mehr als den gesetzlich zulässigen 35 Tagen überschritten wird, dient der Äquivalenzwert in Höhe von 30 µg/m³ (siehe dazu Luftreinhalteplan, S. 25).
Die im Modell berechneten o.g. Werte unterschreiten sowohl den Immissionsgrenzwert für das Jahresmittel der Konzentration als auch den für PM10 heranzuziehenden Äquivalenzwert.

Offensichtlich werden die Grenzwerte insb zu NO2 eingehalten, aber nur gerade so - d.h. die Luftqualität ist auch leider nur "kurz vor dem Fahrverbot".

Wie oben in der Historie erwähnt, ist die Lärmbelastung aber so hoch, dass der Abschnitt der Rödelstrasse als Priorität 1 eingestuft wird.

Verwaltungsstandpunkt und Beschluss Stadtrat

Derzeit ist nun das VTA emsig dabei, den eigenen und durch den Stadtrat am 20.5.2020 beschlossenen Vorschlag zu prüfen (Details siehe hier).

Nachdem auch im Januar 2021 keinerlei Aktivitäten feststellbar waren, beantwortete der zuständige Bürgermeister Hr.Dienberg eine Dienstaufsichtbeschwerde wegen Untätigkeit in folgendem Sinne:

  • es liegt keine Verfehlung vor - vermutlich folgend der Logik, dass die Petition abgeschlossen ist und das Nicht-Ausführen der Prüfaufträge kein Nicht-Handeln gegenüber dem Petenten ist und dieser damit auch kein Beschwerderecht hat
  • die Prüfauträge wurden im Dez 2020 fertiggestellt und seien hier auffindbar - leider war dies Stand 18.2.2021 nach wie vor nicht der Fall
  • die Resultate der Prüfaufträge waren in Papier beigefügt - hier

Zusammenfassung: Tempo 30 wäre geeignet, um Lärmproblem zu bekämpfen. Dahingehende Planungen aus Kapazitätsgründen aber noch nicht erfolgt. Radspur/"Umweltspur" erfoldert weitergehende Planungen - ebenfalls aus Kapazitätsgründen nicht erfolgt.
Leider ist völlig intransparent, mit welchen Daten hantiert und welche Szenarien überhaupt in Erwägung gezogen wurden.

Neueste Entwicklungen:

Und sonst noch so:

Hier noch ein schönes Bild von einer Critical-Mass Runde im Mai 2020 - kein Lärm, kein Gestank, nur entspannten Dahinradeln ...

Critical Mass Mai 2020