Um Informationen zum Thema für alle Interessierten bereitzustellen, hier eine Sammlung von Bildern, Texten usw zum Thema.

Zustand bisher

Das folgende Foto zeigt die aktuelle Situation im Mai 2020 (mit corona-bedingter Maskierung. Das Abstandsgebot macht die Lage noch komplizierter):

Zustand Mai 2020

Sollzustand

Das folgende (konstruierte) Bild zeigt den Zustand, wie ursprünglich in der Petition gefordert. Der Fussweg ist breiter und es existiert ein baulich getrennter Radstreifen (die weisse Linie in der Mitte soll eine Art "Bordstein" sein).

Alternativlösungen insb wie die vom Leipziger Ökolöwen vorgeschlagene kombinierte Bus/Radspur sind auch vorstellbar und evtl. sogar noch vorteilhafter. Eine letztendliche Lösung bedarf aber einer genauen Untersuchung durch sachverständige Verkehrsplaner insb. um Behinderungen des ÖPNV auszuschliessen. Dabei wiederum ist aber eine Bürgerbeteiligung unabdingbar.

Historie

Das Thema Rödelstrasse hat schon eine längere Vorgeschichte, insb. interessant:

Beitrag vom ADFC aus dem Jahre 2015

1. Fortschreibung des Lärmaktionsplans der Stadt Leipzig

Radverkehrsentwicklungsplan 2012

Auch wurde im Jahre 2016 bereits von der Hausgemeinschaft Rödelstrasse 19 eine ähnlich lautende Anfrage an die Stadt Leipzig mit der Forderung nach Tempo 30 gestellt - die jedoch mit einer ähnlichen Begründung wie im aktuellen Standpunkt der Leipziger Stadtverwaltung (siehe unten) abgelehnt wurde.

Im oben verlinkten Lärmaktionsplan wird ebenfalls Tempo 30 vorgeschlagen (mit Priorität 1).

Auch im ebenfalls oben verlinkten RVEP aus dem Jahre 2012 ist der problematische Abschnitte der Rödelstrasse als Priorität 1 enthalten.

Aktuelle Entwicklung

Im Spätsommer 2019 wurde die Petition "Sicherer Schulweg und Sicherer Radverkehr in der Rödelstrasse" gestartet, die derzeit durch 1261 Unterzeichner unterstützt wird. Eine Zeichnung ist noch bis zum 21.1.2020 möglich und am 22.1.2020 werden die Unterschriften vor Beginn der Ratsversammlung an den Adressaten, OBM Jung, übergeben.

Am 28.1.2020 findet 17:00 - 19:00 ein Bürgerdialog in der Bethanienkirche statt (die ursprünglich geplante Aula der Auwaldschule steht aus formalen Gründen vor der OBM-Wahl nicht zur Verfügung).

Ende 2019 gab es Anfrage der SPD Fraktion sowie Anfragen des Stadtbezirksbeirats Südwest die durch die Stadtverwaltung beantwortet wurden. Hierbei sind die folgenden Aussagen besonders interessant:

Aussage zur Umwidmung einer Fahrspur (wie in der Petition gefordert) auf Anfrage des SBB Südwest (Hr.Weber) - Bitte anklicken ...

Sehr geehrter Herr Weber,
gern ist Frau Dubrau Ihrer Bitte nachgekommen und hat die von Ihnen gewünschte Änderung der Verkehrsorganisation in der Rödelstraße im Verkehrs- und Tiefbauamt prüfen lassen. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat geprüft und teilt folgendes Ergebnis mit:
Der Straßenzug Antonienstraße/Rödelstraße/Schleußiger Weg ist einer der am höchsten frequentierten Straßenzüge im Stadtgebiet. Aus diesem Grund sind zur Gewährleistung der Leistungsfähigkeit ab der Lichtsignalanlage Antonienstraße/Gießerstraße in stadteinwärtiger Richtung zwei Fahrstreifen vorhanden.
In dem Abschnitt zwischen Könneritzstraße und Dammstraße verkehren innerhalb von 24 h 32.200 Fahrzeuge. Der Wegfall eines stadtwärtigen Fahrstreifens hätte zur Folge, dass die Verkehrsmengen an den LSA Rödelstraße/Schnorrstraße und Antonienstraße/Könneritzstraße nicht mehr bewältigt werden kann. Sowohl in der Könneritzstraße als auch in der Antonienstraße würde ein sehr langer Rückstau entstehen, der auch den ÖPNV erheblich behindern würde. Durch die zu erwartende Überstauung der vorgelagerten Knotenpunkte wäre die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet.
Der Rückstau resultiert daraus, dass bei gleicher Grünzeit nur noch die Hälfte der Fahrzeuge aufgrund des Wegfalls eines Fahrstreifens den Knoten queren können. Um den Wegfall eines Fahrstreifens kompensieren zu können, müsste demzufolge die Grünzeitdauer für diese Zufahrt verdoppelt werden. Eine Verlängerung der Grünzeit ist jedoch nur zu Lasten der Grünzeiten der anderen Verkehrsströme möglich. Aufgrund der Verkehrsmengen, der Mindestfreigabezeiten bzw. maximalen Wartezeiten z. B. für den Fußgängerverkehr kann dies auch im Zusammenhang mit der Koordinierung im Zuge der Antonienstraße/Rödelstraße/Schleußiger Weg nicht umgesetzt werden.
Dem Wegfall eines stadteinwärtigen Fahrstreifens zugunsten einer Gemeinschaftsspur für Busse und Radfahrende kann dementsprechend nicht zugestimmt werden.
Sehr geehrter Herr Weber, ich bedaure, dass damit Ihr Vorschlag nicht umsetzbar ist.

Interessant hierbei, dass nicht mal der Versuch gemacht wird, das bisher durch niemanden ernsthaft bestrittene Problem zu lösen. Statt dessen enthält der Standpunkt der Stadtverwaltung gleich zwei grobe Denkfehler:

  • es wird angenommen, dass immer so viele Autos unterwegs sind, dass diese die 2 Fahrstreifen auch füllen - dies ist aber nur zu den Stosszeiten wirklich der Fall. Dem MIV-Anteil ausserhalb dieser Zeit (z.B. tagsüber oder abends/nachts) würde ein Fahrstreifen problemlos ausreichen. Wie hoch der jeweilige Anteil ist, ist vermutlich nicht bekannt, auf jeden Fall wären die Auswirkungen erheblich geringer.
  • die "Leistungsfähigkeit" der Strasse wird in "Blech" gemessen. Der MIV ist aber die mit Abstand ineffizienteste Verwendung des öffentlichen Raumes, d.h. wenn man die Leistungsfähigkeit besser in "Menschen" bzw "Gütern" messen würde, würde eine Umwidmung einer Fahrspur zugunsten des ÖPNV und Fahrrädern den möglichen Durchsatz sogar deutlich steigern

Aussage zur Schadstoffbelastung - Bitte anklicken ...

Für die Luftschadstoffsituation an der Rödelstraße können nachfolgende Jahresmittelwerte der Feinstaub (PM10)- und Stickstoffdioxidbelastung (NO2) angegeben werden. Die Zahlen wurden im Zuge der aktuellen Fortschreibung des Luftreinhalteplans erhoben und können im Luftreinhalteplan in Tab. 33 (S. 157) nachgelesen werden. Zeitlicher Bezug ist hierbei das Jahr 2018.
Angegeben ist jeweils die Gesamtbelastung als Massenkonzentration  in 1,5 Meter Höhe ca. 1 Meter vor der Gebäudefassade der Straßenrandbebauung. Die Gesamtbelastung resultiert aus der Vorbelastung und der durch den Straßenverkehr erzeugten Zusatzbelastung.

Rödelstraße von Antonienstraße bis Pistorisstraße: PM10: 28 µg/m³ NO2:   39 µg/m³
Rödelstraße von Pistorisstraße bis Beipertstraße: PM10:  27 µg/m³ NO2:    38 µg/m³
Rödelstraße von Beipertstraße bis Probsteistraße: PM10: 23 µg/m³ NO2:   37 µg/m³
Rödelstraße von Probsteistraße bis Schnorrstraße: PM10:  23 µg/m³ NO2:    36 µg/m³

Die sprunghafte Abnahme von 27 µg/m³ auf 23 µg/m³ hat ihre Ursache in der Änderung des Wertes der Flächenbelastung (Vorbelastung), die in Form von Rasterwerten in die Modellierung eingeht.. Im Bereich Beipertstraße verläuft der Übergang von einer zur anderen Rasterfläche.
Der Grenzwert für das Jahresmittel der Gesamtkonzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid beträgt jeweils 40 µg/m³.
Für die Bewertung dessen, ob der Grenzwert für das Tagesmittel der Konzentration an PM10 an mehr als den gesetzlich zulässigen 35 Tagen überschritten wird, dient der Äquivalenzwert in Höhe von 30 µg/m³ (siehe dazu Luftreinhalteplan, S. 25).
Die im Modell berechneten o.g. Werte unterschreiten sowohl den Immissionsgrenzwert für das Jahresmittel der Konzentration als auch den für PM10 heranzuziehenden Äquivalenzwert.

Offensichtlich werden die Grenzwerte insb zu NO2 eingehalten, aber nur gerade so - d.h. die Luftqualität ist auch leider nur "kurz vor dem Fahrverbot".

Wie oben in der Historie erwähnt, ist die Lärmbelastung aber so hoch, dass der Abschnitt der Rödelstrasse als Priorität 1 eingestuft wird.

Verwaltungsstandpunkt und Beschluss Stadtrat

Derzeit ist nun das VTA emsig dabei, den eigenen und durch den Stadtrat am 20.5.2020 beschlossenen Vorschlag zu prüfen (Details siehe hier).

Neueste Entwicklungen:

Und sonst noch so:

Hier noch ein schönes Bild von einer Critical-Mass Runde im Mai 2020 - kein Lärm, kein Gestank, nur entspannten Dahinradeln ...

Critical Mass Mai 2020